Michael Liebke | Keine Kommentare
18.12.2025
Gegenüber Aktien- und Fondsinvestments zeigen sich die Bundesbürger traditionell skeptisch –
mit der Folge, dass ihr Vermögen seit Jahrzehnten langsamer wächst als das vergleichbarer
Nationen. Doch die Offenheit nimmt zu. Das belegt nun erneut eine Umfrage eines großen
Versicherers unter mehr als 3.700 Erwerbstätigen. 28 Prozent von ihnen stehen
börsengehandelten Wertpapieren positiv gegenüber; bei einer Vorgängerumfrage vor fünf Jahren
lag dieser Wert bei 19 Prozent. Damit schrumpft der Abstand auf den Spitzenreiter, die eigene
Immobilie, in die 44 Prozent der Befragten Vertrauen setzen. Auffällig sind die Unterschiede
zwischen den Geschlechtern: Lediglich jede fünfte Frau ist Aktieninvestments gegenüber
aufgeschlossen, aber mehr als jeder dritte Mann.
Auch die Haltung zu Kryptowährungen wurde erstmals erhoben. Kaum überraschenderweise
beurteilen jüngere Umfrageteilnehmer diese Assetklasse deutlich günstiger als die älteren
Semester: 28 Prozent der unter 40-Jährigen halten Kryptos für „gut geeignet“ zur Altersvorsorge,
trotz der enormen Verlustrisiken. Von den über 40-Jährigen sehen das nur 11 Prozent so. Über
alle Altersgruppen hinweg ergibt das einen Zustimmungswert von 17 Prozent.
Michael Liebke | Keine Kommentare
17.12.2025
Unter den unfallträchtigsten Sportarten steht zwar König Fußball unangefochten an der Spitze,
wenn man die Fallzahlen betrachtet. Doch die Kosten pro Verletzung sind im Skisport mit
Abstand am höchsten, wie die Auswertung privater Unfallversicherungsfälle eines großen
deutschen Versicherers zeigt. 7.500 Euro zahlt dieser pro Leistungsfall an Skifahrer, was die
hauseigenen Analysten neben tendenziell schwereren Verletzungen auf häufig hinzukommende
Bergungs-, Reha- oder Invaliditätskosten zurückführen.
Die durchschnittlich zweitteuersten Sportunfälle ereignen sich beim Reiten. Hier zieht ein Sturz
im Schnitt rund 6.000 Euro Kosten nach sich. Am anderen, günstigen Ende der Skala rangieren
Gymnastik und Leichtathletik mit Folgekosten von 2.500 Euro pro Verletzung. Wohlgemerkt:
Kommt es zu dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen, kann die Kostenbelastung im
Klassifikation: Geschäftlich – Intern
Einzelfall wesentlich höher ausfallen. In der Auswertung erfasst sind zudem naturgemäß nur
Sportunfälle, für die eine private Unfallpolice abgeschlossen wurde.
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16.12.2025
Bereits 2013 fasste die EU Pläne für ein paneuropäisches Altersvorsorgeprodukt (Pan European
Personal Pension Product, kurz PEPP), das in allen Mitgliedsstaaten den gleichen Spielregeln
unterliegt, etwa bei der Besteuerung. Dadurch sollte vor allem die Übertragung in ein anderes
EU-Land wesentlich einfacher werden. 2019 erfolgte die Verabschiedung der Richtlinie, 2022
ging PEPP an den Start – und erwies sich seither als Rohrkrepierer. Europaweit haben bisher nur
zwei Anbieter entsprechende Produkte aufgelegt. Der Gesamtverband der Deutschen
Versicherungswirtschaft (GDV) macht dafür vor allem hohe bürokratische Hürden und den
starren Kostendeckel von jährlich 1 Prozent der Einzahlungen verantwortlich.
Genau hier setzt die EU-Kommission nun mit einer PEPP-Reform an. Das sogenannte Basic-PEPP
soll ohne Kostendeckel und ohne Unterhaltung nationaler Unterkonten vertrieben werden
dürfen. Zudem wird die Beratungspflicht aufgeweicht. Der GDV sieht in der avisierten
Überarbeitung einen Schritt in die richtige Richtung, während der AfW Bundesverband
Finanzdienstleistung und der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) vor
Wissenslücken und Fehlentscheidungen warnen und deshalb eine obligatorische Beratung vor
Vertragsabschluss fordern.
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09.12.2025
Gemäß Koalitionsvertrag sollte die sogenannte Frühstart-Rente eine Zeitenwende in der
Rentenpolitik markieren: den Einstieg in eine stärker kapitalgedeckte Altersvorsorge für alle.
Geplant war, den in Deutschland lebenden Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren
ab 2026 monatlich 10 Euro aus der Staatskasse zu spendieren, die in ein privates Aktiendepot
fließen. Das ursprünglich von den fünf „Wirtschaftsweisen“ eingebrachte Konzept zielt darauf ab,
die Bundesbürger frühzeitig an das kapitalgedeckte Vorsorgesparen heranzuführen und
Berührungsängste zu nehmen. Idealerweise sollen die dazu angelegten Depots auch nach dem
18. Geburtstag weiter bespart werden.
Die Gesamtkosten dafür würden sich auf rund eine Milliarde Euro jährlich belaufen. Wie jedoch
aus der aktuellen Bereinigungsvorlage zum Bundeshaushalt hervorgeht, hat die
Bundesregierung bei dem Vorhaben den Rotstift angesetzt: Lediglich 50 Millionen Euro sollen
für die Frühstart-Rente an die Deutschen Rentenversicherung überwiesen werden – das reicht
gerade einmal für einen Jahrgang. In der Folge werden also im nächsten Jahr nur die
Sechsjährigen in den Genuss der Kapitalspritze kommen. Die gesetzliche Grundlage dafür muss
allerdings noch geschaffen werden.
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03.12.2025
Die atemberaubende Rallye des Goldpreises sorgt seit einigen Monaten für Schlagzeilen. Seit
Jahresbeginn legte der Kurs des Edelmetalls um 43 Prozent zu (Stand: Ende November) und ließ
damit den ebenfalls stark performenden DAX weit hinter sich, der immerhin ein Plus von 19
Prozent vorweisen konnte. Als Haupttreiber gilt die anziehende Nachfrage von Notenbanken:
Laut einer Erhebung des World Gold Council plant ein Drittel von ihnen im kommenden Jahr
weitere Goldzukäufe, während keine einzige ihre Bestände reduzieren will.
Der Silberkurs segelt gemeinhin im Schatten des „großen Bruders“, schon weil der
Feinunzenpreis mit rund 46 Euro nur einen Bruchteil desjenigen von Gold (circa 3.600 Euro)
ausmacht. In puncto Kursentwicklung jedoch liegt Silber in diesem Jahr bisher klar vorn: Bis
Ende November stand ein Plus von rund 64 Prozent zu Buche. Ausschlaggebend dafür ist vor
allem die industrielle Nachfrage: Silber wird beispielsweise für die Fertigung von Elektronik,
Photovoltaikmodulen und Fahrzeugen benötigt.
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26.11.2025
Das noch junge Segment der aktiven ETFs überzeugt in Deutschland immer mehr Anleger: Von 42 Milliarden stieg das darin verwaltete Vermögen innerhalb eines Jahres auf 63 Milliarden Euro, wie die Ratingagentur Scope und das Beratungsunternehmen Fonds Consult ermittelt haben.
Die Zahl der angebotenen Produkte kletterte sogar von 97 auf 183. Von diesen setzen 100 auf Aktien, wobei die Peergroups Nordamerika (19), Welt (14) und Nachhaltigkeit/Ethik Welt (12) die Rangliste anführen. 70 aktive ETFs widmen sich Anleihen, 9 verfolgen einen Mischfondsansatz, die restlichen 4 gehören sonstigen Kategorien an. Unter den 27 derzeit in Deutschland operierenden Anbietern sticht insbesondere J.P. Morgan hervor: Das US-Geldhaus verwaltet mit 33,7 Milliarden Euro mehr als die Hälfte des hierzulande in aktiven ETFs angelegten Kapitals.
Für die Investoren ist das rasante Wachstum dieser Assetklasse nach Meinung der Analysten von Vorteil: „Denn ein steigender Wettbewerb erhöht zum einen den Druck auf die Anbieter, eine ansprechende Rendite zu generieren. Zum anderen führt er dazu, dass die Managementkosten sinken müssen“, heißt es im Ratingbericht.
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12.11.2025
Für Privatanleger stellen gefakte Handelsplattformen eine seit Jahren wachsende Gefahr dar. Statt in Assets wie Kryptowährungen oder Aktienfonds fließt das gutgläubig überwiesene Geld unwiederbringlich in die Taschen internationaler, häufig professionell organisierter Krimineller. Oft werden die Opfer über vermeintliche Experten-Chatgruppen auf WhatsApp oder Telegram, in denen angeblich Insidertipps ausgetauscht werden, angelockt.
Mit der „Operation Herakles“ konnte zumindest einigen der Betrüger am 3. Oktober das Handwerk gelegt werden. Gemeinsam mit dem LKA Baden-Württemberg, dem Cybercrime-Zentrum der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe sowie Europol und bulgarischen Strafverfolgungsbehörden nahm die deutsche Finanzaufsicht BaFin mehr als 1.400 Cybertrading-Plattformen vom Netz. Wer sie ansteuert, wird seitdem auf eine Aufklärungsseite umgeleitet. Die siebenstellige Zahl von Zugriffsversuchen, die noch danach verzeichnet wurden, verdeutlicht, wie erfolgreich weitere arglose Interessenten akquiriert werden.
„Die Täter werden dabei immer professioneller“, führt Birgit Rodolphe, BaFin-Exekutivdirektorin Abwicklung und Geldwäscheprävention, aus. „Sie verwenden künstliche Intelligenz, um illegale Websites wie am Fließband herzustellen und mit ihnen Anlegerinnen und Anleger in die Falle zu locken.“
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11.11.2025
Die Preise für Reparaturen am Auto eilen der allgemeinen Inflation nach wie vor deutlich voraus. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) errechnet hat, verteuerten sich die Ersatzteilpreise zwischen August 2024 und August 2025 im Schnitt um 6 Prozent, in manchen Produktgruppen gar um 8 Prozent. Insgesamt steht damit seit 2015 ein Kostenanstieg von über 80 Prozent unterm Strich, während sich die allgemeine Preissteigerung in diesem Zeitraum auf 31 Prozent belief.
Das gleiche Bild bietet sich bei den Werkstattpreisen: Die durchschnittlichen Stundensätze lagen 2024 erstmals über der 200-Euro-Marke – 202 Euro, wenn es um Elektrik, Mechanik oder Karosserie ging, 220 Euro für Lackierarbeiten. Das entspricht einer 50-prozentigen Steigerung gegenüber dem Preisniveau von 2017. Auch hier lag die allgemeine Inflationsrate mit 24 Prozent weit darunter. Zum Vergleich: Die Prämien für Kfz-Haftpflichtversicherungen stiegen im selben Zeitraum im Schnitt lediglich um gut 7 Prozent.
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22.10.2025
Schon heute übernimmt künstliche Intelligenz (KI) verschiedene Aufgaben im Vermögens- und Fondsmanagement. Nicht nur Technikoptimisten trauen ihr eine bessere Performance zu als menschlichen Fondsmanagern. Offenbar ist das aber noch Zukunftsmusik, wie eine Analyse der Berliner Ratingagentur Scope zeigt. Verglichen wurden Performance und Volatilität herkömmlicher Fonds mit denen von 39 Fonds, die mithilfe von KI gemanagt werden.
Das Kernfazit lautet: In puncto Rendite schneidet der Mensch etwas besser ab; weniger bzw. glimpflichere Kursausschläge sind dagegen bei KI-gestütztem Management zu erwarten – zumindest auf Fünf-Jahres-Sicht, denn nach drei Jahren gibt es noch keine nennenswerten Unterschiede.
„Gründe dafür sind unter anderem, dass KI-Modelle häufig anhand von Risikoindikatoren wie Sharpe Ratio, Volatilität und Maximum Drawdown trainiert werden. Die genutzten historischen Daten sorgen dafür, dass die Systeme konservativ agieren, da sie lernen, Abstürze und große Risiken zu vermeiden“, lautet die Erklärung der Scope-Autoren. Mit anderen Worten: KI-Unterstützung ist bisher vornehmlich für risikoaversere Anleger ein Gewinn.
Michael Liebke | Keine Kommentare
In unschöner Regelmäßigkeit gehen spektakuläre Cyberangriffe durch die Presse, die Unternehmen oder öffentliche Organisationen ganz oder teilweise lahmlegen. In vielen Fällen fließen sensible (Kunden-)Daten ab. Dessen ungeachtet nehmen es die kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande nach wie vor nicht sehr genau beim Cyberschutz, wie eine forsa-Umfrage unter 300 Entscheidern und IT-Verantwortlichen erbrachte.
Mehr als drei Viertel halten sich zwar für ausreichend gewappnet; doch bei genauerem Hinsehen bzw. Nachfragen erfüllt nur weniger als ein Drittel die Basiskriterien für IT-Sicherheit. Dazu zählen beispielsweise regelmäßige Updates und sichere Passwörter. Zudem verzichten 64
Prozent auf sensibilisierende Schulungen ihrer Mitarbeiter. Einen Notfallplan, der das Vorgehen bei einem erfolgreichen Hackerangriff vorgibt, hält nur rund jedes zweite Unternehmen vor. Unterm Strich, so das Fazit der Studie, überschätzen 52 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen ihre Cybersicherheit signifikant. Eine offene Flanke, die sich auch mithilfe einer Cyberpolice schließen lässt – denn die bringt in aller Regel nicht zuletzt eine bessere Prävention mit sich.